Warum kritisieren wir eigentlich ständig und was bringt es uns?
- lisamarieschubert
- 20. Aug. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 24. Aug. 2024
Ich glaube, das kennt jeder von uns - dass wir uns dabei erwischen, uns selbst oder andere zu kritisieren. Das ist scheinbar so normal und alltäglich geworden, dass man es schon fast gar nicht mehr merkt, wenn es passiert. Wir wurden darin erzogen, andere zu beurteilen und ständig zu vergleichen, was zu einer Vielzahl an Verbesserungsvorschlägen für das Leben anderer führt. Fast jeder hat seine eigene Meinung darüber, wie Dinge besser gemacht werden könnten.
Vielleicht erwischst du dich auch manchmal dabei und wunderst dich, warum du dazu tendierst, andere oder dich selbst zu kritisieren. Zu verstehen, was es unserem Unterbewusstsein bringt, kann dir bereits helfen, dich aus diesen Strukturen zu befreien.
Historisch betrachtet war Kritik überlebenswichtig – es galt, die Schwächen von Gegnern zu erkennen und ein scharfes Auge für Details zu haben. Diese Gewohnheiten sind tief in unserer Genetik verankert. Während Kritik auch produktiv sein kann, indem sie unser Urteilsvermögen schärft, äußert sie sich oft in einer schweren und wenig neutralen Energie. Urteilsvermögen hingegen ist verbunden mit der Wahrheit und der Fähigkeit, Umstände klar zu sehen, ohne zu verurteilen. Es bezieht sich auf wesentliche Aspekte, während Kritik häufig alles Mögliche umfasst, einschließlich oberflächlicher oder subjektiver Bewertungen.
Was passiert also genau, wenn wir kritisieren? Und warum neigen so viele Menschen dazu? Jedes Mal, wenn du über eine andere Person negativ sprichst, kannst du die Schwingung dieser Energie, die du aussendest, in deinem eigenen Körper spüren. Ähnlich wie Gedanken Gefühle auslösen können, beeinflussen auch die Worte, die du sprichst, dein eigenes Wohlbefinden. Dein Körper kann nicht unterscheiden, ob diese Energie gegen eine andere Person oder gegen dich selbst gerichtet ist; sie wird in dir selbst erzeugt und gespürt. Es ist, als würdest du schlecht über dich selbst sprechen.
Kritik kann dazu führen, dass du in deinen vertrauten Denkmustern und Überzeugungen verharrst und dich in deiner Komfortzone festhältst. Sie bestätigt dein eigenes Glaubenssystem, indem du beständig überprüfst, was für dich passt und was nicht, was dir gefällt und was du anders machen würdest. Dabei fühlst du dich in deinen Werten und Überzeugungen bestärkt – selbst wenn diese oft von äußeren Einflüssen und weniger von dir selbst stammen. Das kann dazu führen, dass du die Tiefe und Individualität anderer Menschen übersiehst und sie nur auf der Oberfläche beurteilst. Deine Sichtweise wird durch deine eigenen Vorstellungen gefärbt, wodurch der Zugang zum wahren Wesen der anderen Person versperrt bleibt. Du erkennst dann möglicherweise nicht ihre Schönheit, ihre Geschichte und ihre Einzigartigkeit, denn jeder Mensch ist anders und pauschale Urteile werden ihm nicht gerecht. Genau das Gleiche passiert, wenn du dir selbst gegenüber kritisch bist - du verlierst den wahren Blick für dich selbst, für deine eigene Schönheit, Individualität und wahres Wesen.
Verschiedene Verhaltensweisen haben oft tiefere Ursachen, die durch bloße Kritik übersehen werden. Wenn Kritik jedoch aus dem Bedürfnis entsteht, sich selbst besser zu fühlen, erzeugt sie eine verzerrte Wahrnehmung, die weder dir noch der anderen Person gerecht wird. Liebe hingegen ermöglicht es dir, über erste Eindrücke hinwegzusehen und das wahre Wesen und die Schönheit der anderen Person zu erkennen. Durch Liebe werden Verhaltensmuster weicher, und selbst wenn dich das Verhalten einer Person zunächst triggert, kannst du mit Mitgefühl und Verständnis das Licht und die Einzigartigkeit der anderen Person wahrnehmen. Dies wirkt heilend, sowohl für dich selbst, weil du dich im anderen erkennst, als auch für die andere Person, indem du das Gute in ihr hervorhebst. Die Welt aus der Liebe heraus zu sehen bedeutet nicht, blind zu werden - es bedeutet, die Wahrheit zu sehen und trotzdem Urteilsvermögen zu haben. Es bedeutet, die Welt aber aus der höchsten Perspektive zu betrachten, frei von deinen Konditionierungen und Mustern, die größtenteils noch nicht einmal deine eigenen sind.
Solltest du dennoch in kritische Gedanken verfallen, ist es wichtig, dir selbst mit Nachsicht zu begegnen und etwas Positives zu sagen oder zu denken, um die innere Balance wiederherzustellen. Denn Bewusstsein ist der erste Weg zur Veränderung!
Ganz viel Liebe für dich,
deine Lisa-Marie



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